Verknotet
Ich bin schon lange mit Matthias befreundet, aber wir sind wirklich nur Freunde, mehr ist da nicht. Wir hatten nie etwas miteinander; bewusst nicht. Manchmal ist ein guter Freund ja auch mehr wert als ein guter Liebhaber; denn von dem einen hat man dauernd etwas, von dem anderen nur ab und zu. Es ist jetzt nicht etwa so, dass es zwischen uns nicht ab und zu mal knistern würde, und wir sprechen ganz offen auch über erotische Dinge.
Aber wir kennen uns schon so lange, dass wir beide Angst haben, unsere Freundschaft zu zerstören, wenn wir diesem Knistern nachgeben. Das wollen wir beide nicht riskieren. Ich weiß, dass Matthias beim Sex eine ganz bestimmte Vorliebe hat; er steht total auf Bondage. Und wenn ich Bondage sage, dann meine ich auch Bondage, nicht einfach nur so ein bisschen leichte Fesselspiele. Was der Unterschied zwischen echter Bondage und Fesselspielen ist, muss ich euch sicher nicht erklären. Wenn ihr euch mal die Bondage Bilder anschaut, auf einer Sexseite im Internet, dann gibt es die Pics, wo die Frauen einfach irgendwie gefesselt sind, und dann gibt es die Bondage Bilder, wo die Seile mit dem nackten oder fast nackten Körper der Frauen zusammen ein richtig ästhetisches Kunstwerk bilden.
Ja, und das ist dann Bondage; echte Bondage. Darunter fällt natürlich vor allem die Japanbondage; die Japaner sind ganz offensichtlich echte Künstler im Verschnüren und Verknoten ihrer Bondage Modelle. Verknoten, das ist es übrigens, wie ich die Bondage manchmal nenne, und das gefällt Matthias natürlich gar nicht; er findet das sehr herablassend und verächtlich. Außerdem, so meinte er, könne ich so einen flippigen Ausdruck nur deshalb verwenden, weil ich noch nie die Ekstase erlebt habe, in die die Bondage eine Frau versetzen kann. Das hat er mir so oft erzählt, dass ich irgendwann genug davon hatte. "Okay", meinte ich, fast ein bisschen wütend, "dann zeig mir doch einfach mal, was das Verknoten in mir auslösen kann. Wenn du recht hast und mir das richtig gut gefällt, dann verspreche ich dir auch, nie wieder verknoten zu deiner Bondage zu sagen!"


Matthias schob mich direkt unter eine Stelle im Raum, wo oben an der Decke ein richtig dicker großer Haken eingelassen war. Von diesem Haken hingen diverse unterschiedlich lange Seile herab; er hatte da anscheinend wirklich schon etwas vorbereitet. So langsam überkam mich fast etwas wie Panik. Nun musste ich still halten. Matthias bog mir die Arme auf den Rücken und fesselte sie dort aneinander, bei gebeugten Ellbogen. Das fühlte sich bereits sehr komisch an. Vor allem - ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr einen das in seiner gesamten Bewegungsfähigkeit beeinträchtig, wenn nur die Arme gefesselt sind! Als nächstes knotete Matthias Seile um meine Fußgelenke. Dann kehrte er nach oben zurück, legte ein Seil doppelt und schlang es mehrfach um meinen Brustkorb herum, fast wie einen Harness. Nun musste ich meine Position etwas verändern, mich etwas nach vorne beugen. An diesen Seil-Harness fixierte er daraufhin einen Teil der Seile, die von der Decke herabhingen. Wie viele und wie genau, konnte ich natürlich nicht sehen, es geschah ja über und hinter mir.
Diese Seile verknotete er erst, und dann zog er sie ganz straff an. Nun fühlte es sich noch seltsamer an; ich kam mir irgendwie sehr stark eingeengt vor. In diesem Augenblick hätte ich nicht sagen können, ob das nun angenehm oder unangenehm war. Dann wurden Seile um meine Hüfte herum gelegt, die ebenfalls an Seilen von der Decke fixiert wurden.Zuerst zog und drückte es nur ein bisschen, doch auf einmal, als Matthias weiter an diesen Seilen zog, hob sich mein Körper langsam noch mehr in die Höhe. Am Ende stand ich nun wirklich halb gebückt da.
Danach griff sich Matthias meinen rechten Fuß, bog mir das Bein schwungvoll nach oben und fixierte es in dieser Haltung ebenfalls an den von oben kommenden Seilen. Nun stand ich nur noch auf einem Bein. Hätten die Seile mich nicht gehalten, ich hätte das Gleichgewicht bestimmt nicht bewahren können. Ja, und am Ende dann war mein linkes Bein dran. Matthias griff es, zog es nach oben. Ich schrie auf, denn mich erfasste einen kurzen Bruchteil eines Momentes lang ein unglaubliches Schwindelgefühl und ich fürchtete zu fallen, so ganz ohne Berührung mit dem Boden - doch wieder erkannte ich, die Seile hielten mich! Nun hing ich schon über einen Meter über dem Boden. Matthias zog hier und da noch etwas und verknotete noch ein bisschen. Die Haltung, die ja eigentlich extrem unangenehm hätte sein müssen, an Brustkorb, Hüften und Fußgelenken gehalten in den Seilen zu schweben, wurde dabei immer bequemer.
Und obwohl mir ein wenig das Blut in den Kopf schoss, wenn ich ihn nicht angestrengt oben hielt, fühlte ich mich richtig wohl. Ich staunte - und genoss diese ganz seltsame Empfindung aus vollen Zügen. Ja, und da hing ich nun in den Bondageseilen, schaukelte leicht umher, schwebte - und kam mir beinahe so vor, als ob ich fliegen könnte. Es war ein sinnliches Gefühl, hocherotisch, aber gleichzeitig ging es über die pure Erotik weit hinaus. Obwohl ich durchaus erregt war, ich konnte es spüren. Es war geil, so gefesselt zu sein! Und weil ich so geil war, hatte ich auch gar nichts dagegen, als Matthias auf einmal begann, meinen Rücken und meine Schenkel zu streichen, und mir irgendwann sogar an die Muschi zu gehen. Ich nahm sogar meine an den Seilen hängenden Beine noch ein bisschen auseinander, damit seine Hand dazwischen mehr Platz hatte.
Ja, und so kam es, dass aus Freunden dann doch ein Paar wurde ... Übrigens, nach dieser Bondage Session habe ich das Fesseln tatsächlich nie wieder verknoten genannt!



